M E I S T E R M O

Hier spricht die Leseratte

Wieso ich nur einmal im Monat gut schlafe…

27. Juli, 2017

Ja, Schlaf ist wichtig. Ein ausgeschlafener Mensch kann sich besser konzentrieren, ist leistungsfähiger und lebt länger und gesünder als jene, die nur dank starkem Kaffee die Augen offen halten können. Ich weiß das. Und trotzdem kann ich nicht von mir behaupten, dass ich viel Wert darauf lege, regelmäßig ausreichend zu schlafen. Irgendetwas Interessanteres findet sich schließlich immer.

Als Schüler habe ich das kostbare Privileg, eine sechswöchige Auszeit von allem zu nehmen, und den Sommer zu genießen, ohne mir Sorgen machen zu müssen, wie ich mein Geld verdiene. Diese Sorglosigkeit führt dann in den meisten Fällen jedoch schnell zu akutem Schlafmangel. Ich sitze nachts wach und höre Musik, während ich an einem Artikel über meine gestörten Schlafgewohnheiten arbeite oder meine Social Media Accounts mit unüberlegten Posts verunstalte. Und ich habe nicht mal etwas dagegen. Denn zum Schlafen habe ich auch später noch Zeit und dank meiner Ferien kann ich mir die auch am hellichten Tag nehmen. Ich weiß, dass ich bis zu acht Stunden Schlaf brauche, um mich gut zu erholen. Aber keiner hat mir je verboten, diese Auszeit nicht einfach ein wenig aufzuschieben.

Ich gehe also seit einer geraumen Weile frühestens um 5 Uhr Morgens zu Bett, na und? Dann schlafe ich eben bis 15 Uhr, was macht das schon? Ich kann ohnehin nicht verstehen, was ein Junge in meinem Alter vor dem Mittagessen in wachem Zustand mit sich anzufangen wüsste. Was gibt es schon zu tun, wenn der Wecker mich um 8 Uhr unsanft aus dem Bett plärrt? Nichts. Das gilt nur leider auch für die WIRKLICH frühen Morgenstunden. Denn, seien wir mal ehrlich, nach 2 Uhr Morgens bin ich meist ohnehin zu müde, um etwas Vernünftiges zustande zu bringen. Dann liege ich Stunde um Stunde wach und wünsche mir, dass sich mein Schlafrhythmus endlich wieder fängt. Schließlich mache ich mir dann das Versprechen, an diesem Morgen gar nicht zu schlafen. »Das wird garantieren, dass ich morgen schon zeitnah ins Bett falle.«, denkt sich mein durchaus durchschnittlich begabter Verstand dann. Daraus wird jedoch nie etwas. Entweder, ich schlafe noch ein, bevor ich diesen Gedankengang zu Ende führen kann, oder ich komme am Nachmittag nicht um ein unabsichtliches Mittagsschläfchen herum. Daraus lernen wir, dass es wohl (zumindest für mich) ein Ding der Unmöglichkeit ist, früher ins Bett zu gehen, weil man am Vortag gar nicht gegangen ist. Aber ich bin fern vom Aufgeben. Denn ohne es zunächst zu bemerken, habe ich den korrekten Lösungsansatz bereits gefunden.

Ich habe ein paar Statistiken angefertigt, um meinen Kampf mit dem Sandmann gut vorbereitet zu bestreiten. Zunächst habe ich festgestellt, dass sich mein natürlicher Schlaf immer auf mehr oder minder neun Stunden beläuft. Ich kann also davon ausgehen, dass ich, (wenn ich nicht geweckt werde), immer genau neun Stunden nach dem Einschlafen fit und munter wieder aufstehe. Ich habe ebenfalls festgestellt, dass ich täglich bis zu drei Stunden später als am Vortag aufgewacht bin. Auf dieser Basis lässt sich folgende These ableiten: »Ich werde immer, unabhängig der Tageszeit, nach neun Stunden Schlaf aufwachen.«

Mit dieser neuen Erkenntnis bewaffnet, machte ich mir also weitere Gedanken. Und irgendwann hatte ich dann den Geistesblitz. Ich sollte mich nicht darauf konzentrieren, am Abend früher ins Bett zu gehen, sondern so viel später, dass ich irgendwann wieder am anderen Ende herauskomme. Wenn ich also jeden Tag eine Stunde später zur Ruhe komme, als am vorherigen Abend, würde ich irgendwann so spät ins Bett gehen, dass es schon wieder früh wäre. Und das habe ich dann auch getan. Über einen Zeitraum von 17 Tagen konnte ich meinen Schlafrhytmus so korrigieren, dass ich bereits um 22 Uhr im Bett lag. Welch ungeahnte Probleme damit auftraten, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Denn ich hatte es schwer, mir dieses ungewöhnliche Verhalten wieder abzugewöhnen. Es dauerte nicht lange, da war ich wieder vergleichsweise viel zu spät müde, und das ganze Spiel ging von vorne los. Wenigstens habe ich jetzt einmal im Monat einen wirklich angenehmen Schlafrhythmus - das ist doch auch schon was. Und wenn ich dieses Konzept mal weiterdenke, könnte ich sogar zweimal im Monat in den Genuss des perfekten Schlafrhythmus kommen. Dazu muss ich dann eben jeden Abend zwei Stunden später schlafen gehen, als am Vortag. Einfach genial.

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