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Hier spricht die Leseratte

Lebensweisheiten eines Jugendlichen: Talent

27. August, 2017

Man sagt, jeder Mensch hat Talent. Das mag gut möglich sein. Doch woran erkennt man überhaupt, dass man etwas besonders gut macht? Man kann sich sicher selbst einreden, dass man Talent hat, aber kann man sich auf das eigene Urteilsvermögen überhaupt verlassen? Läuft es nicht darauf hinaus, dass man sich bei der Suche nach Begabung ganz auf die Stimmen der anderen verlassen muss? Wo ist also dieses Talent, das angeblich jeder Mensch hat? Wie findet man das heraus? Ich für meinen Teil, weiß schon seit geraumer Zeit, was ich besonders gut kann, und davon will ich nun berichten.

Ich schreibe.

Ich habe schon immer gerne geschrieben. Sofern ich das beurteilen kann, sogar recht gut. Natürlich sollte man das eigene Wort nie für bare Münze nehmen. Objektive Bewertung des eigenen Schaffenswerkes ist nahezu unmöglich, aber ich bin mit meiner Meinung nicht alleine. Seit meiner frühsten Kindheit sagt man mir nach, dass ich die deutsche Sprache vorzüglich beherrsche. Kontakte von überall her vertreten diese Meinung. Freunde, Internetbekanntschaften, Lehrer und Verfolger meiner diversen Onlineaktivitäten. Wenn so viele Leute davon überzeugt sind, dass ich überdurchschnittlich gut schreiben kann, muss es doch stimmen, oder? ... Nein, muss es nicht. Wenn diese These zumindest ansatzweise der Realität entspräche, müsste ich die unzähligen Alarmsirenen, die ihr Glück bei schmierigen Gesangswettbewerben wie beispielsweise DSDS versuchen, nicht als eben solche betiteln. Meinung ist relativ. Ich habe noch nie viel Wert auf die Meinungen anderer gelegt, auch wenn sie in der Regel nichts Negatives auszusetzen hatten.

Ich glaube, als Künstler, (zu denen man sich als Schriftsteller durchaus zählen muss), sollte man ohnehin nicht viel darauf geben, was andere denken. Meinungen sind verschieden, und Kunst liegt im Auge des Betrachters. Ob man nun von allen Seiten für das eigene Schaffen bewundert wird, oder man niemanden damit zu befriedigen scheint, solange man aus eigenen Stücken damit fortfährt, ist man auf dem richtigen Weg. Wenn man etwas besonders gut kann, wird man das früher oder später wissen. Man sollte nur nie aufhören, an der eigenen Vision festzuhalten, und sich selbst treu bleiben.

Für mich ist immer nur eins wichtig gewesen - meine Begeisterung für Texte. Ich schreibe nicht, weil ich von mir selbst überzeugt bin. Ich schreibe nicht, weil andere das sind. Ich schreibe auch nicht, weil ich mir die Rolle des Hobbyautors aufzwingen möchte. Ich schreibe, weil es die größte Genugtuung für mich ist, mich mit dem geschriebenen Wort auszudrücken. Eine leere Seite wird zu einer unendlichen Möglichkeit und Worte sind mein Spielzeug. Weiß man, sie geschickt anzuordnen, kann man die fantastischsten Dinge erschaffen. Geschichten, Rätsel, Lieder. Alles ist möglich. Dafür schreibe ich. Ich schreibe, weil ich das alles erschaffen möchte. Ich möchte etwas in dieser Welt zurücklassen, wenn ich einmal meinen letzten Atemzug getan habe, und es sollen Texte sein. Texte vom Leben und all seinen bunten Fassaden. Texte von Bedeutsamkeit und wichtigen Angelegenheiten. Texte von fremden Welten, die in ihrer Gänze nur zu erahnen sind. Und solange ich diese Begeisterung in mir trage, werde ich weiterschreiben. Ganz gleich, ob meine Texte Anklang finden. Sie werden immer einen persönlichen Wert haben. Jedes einzelne Wort.

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